Muse und Muße

In der Muße liegt die Kraft.
Eile mit Weile.
Von der Muse geküsst werden.

„Muse“ und „Muße“ haben eine andere Wortherkunft. Muße heißt griechisch σχολἠ scholé, lt. otium, deutsch Schule. Man sah in der ascholía oder dem negotium, der „Unmuße“, den davon abgeleiteten Gegensatz. Die »muoza« (althochdeutsch) und später »muoaze« (mittelhochdeutsch) hat die Bedeutung von freier Zeit (den Begriff »Freizeit« gab es im Mittelalter noch nicht). Mit freier Zeit verbunden, war »muoze« auch Bequemlichkeit, angemessene Gelegenheit und Spielraum, der sich nach Belieben gestalten ließ.

„Muse“ hingegen ist aus dem gr. „Mousa“ entlehnt und der Name der griechischen Göttinnen der Kunst (und „Wissenschaft). Jeder kennt die Redewendung „von der Muse geküsst werden“, was so viel heißt wie zu künstlerischen Leistungen inspiriert zu werden.

Ich könnte auch sagen: „Ohne Muße gibt es keine Kunst“, denn für den „Musenkuss“ oder die Inspiration brauchen KünstlerInnen Muße.

Der Wert der Muße liegt aber darin, dass sie für sich selber steht und Reflexion ermöglicht. Sie ist ein absichtsloses Tun, eine gewisse Gestimmtheit, die Offenheit voraussetzt und das gegenwärtige Erleben möglich macht.

(Knaus G. /Gisela Dischner: Wörterbuch des Müßiggängers)

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