Die Qualität unserer Zellen = unsere Lebensqualität.

Unser Körper lügt niemals. Die Qualität unserer Physiologie, d.h. unserer Zellen repräsentiert unsere Lebensqualität bzw. umgekehrt. Ob wir das verstehen, wissen, glauben, wahr haben wollen, oder nicht.

Unsere Physiologie wirkt sich unmittelbar auch auf unser Verhalten aus. Was bedeutet nun das? Die meisten Menschen gehen beispielsweise davon aus, dass jemand, der sich schlecht fühlt, beispielsweise eine deprimierte Haltung einnimmt oder traurig schaut etc. Es kann aber auch genau umgekehrt sein.

Wofür ist das wichtig? Weil für das Erlangen irgendeines Erfolgs, insbesondere Gesundheit, elementar ist, dass Du erkennst, was Du dafür brauchst. Und dann, wie Du dafür sorgen kannst.

Wenn es beispielsweise im Leben, ‚im Außen‘ manchmal nicht recht funktionieren will, dann lohnt es sich manchmal, gar nicht so weit zu blicken oder zu suchen, sondern viel näher, als man glauben mag. Die meisten steigern dann die Intensität ihrer Bemühungen, arbeiten mehr und härter, kämpfen und ertragen immer mehr und es wird immer schlimmer statt besser.

Bei all den Anforderungen und Belastungen unserer Zeit stellt vor allem Gesund werden und bleiben die zentrale Aufgabe dar.

Wir haben 1000 Wünsche; sind wir nicht gesund, dann haben wir urplötzlich nur noch einen einzigen.

Viele haben erkannt, ‚es muss sich etwas ändern‘ und wünschen sich sinnvolle praktikable Lösungen.

Wir alle werden älter. Die Frage lautet: Wie geht es uns dabei?!

Unser Leben ist komplex, alles unter einen Hut – den eigenen (!) zu bringen, wird immer anspruchsvoller.

Immer mehr Menschen möchten ihr Leben, Gesundheit und Wohlbefinden unabhängig selbst steuern können und nicht mehr die Verantwortung abgeben. Sie sehen Lebensqualität und insbesondere Herausforderungen und Probleme im Leben (Innen wie Außen) als ein ganzheitliches Ereignis an, ahnen oder glauben an einen systemischen Zusammenhang und möchten die Signale, ob körperliche, seelische oder mentale ‚Symptome‘ oder Einflüsse aus dem Umfeld nicht mehr nur aushalten oder ertragen, wegschieben, unterdrücken, abtöten und laufend bekämpfen, denn diese sind eigentlich eine Botschaft. Alles ist änderbar, solange wir leben.

Die Quelle allen Leidens begründet auf einem Zuviel oder Zuwenig, also auf Mangel oder Überlastung. Balance hilft – akut wie nachhaltig.

Heilsam ist stets, eine verlorene Balance wieder herzustellen. Die Kunst ist: wie? Wie genau kann die individuelle Balance wieder erlangt werden? Das ist die zentrale Frage und eine Antwort zu finden gestaltet sich anspruchsvoll. Zumindest anspruchsvoller, als es oft erlebbar ist, wenn ruckzuck ein Urteil erfolgt.

Viele Menschen kommen oft auch viele Jahre auf zahlreichen Irrwegen immer weiter aus der Balance, das Wort ‚Ärzte-Odysee‘ wird immer populärer und das, weil offenbar immer mehr Menschen diese erleben und erfahren müssen. Da ist allerdings die Gefahr groß, schnell mit Urteilen konfrontiert zu werden.

Diagnosen sind Urteile, Feststsellungen. Heilung bedingt aber Veränderung, damit es wieder besser werden kann, also Bewegung hin zu Lösungen.

Oft kann dieses sich bewusst zu machen bereits ein spürbares Aufatmen auslösen. Ein erster Schritt in die umgekehrte, heilvolle Richtung.

Wenn jeder Mensch einzigartig ist, dann können Lösungen anderer Menschen wenn überhaupt, dann doch nur ungefähr hilfreich sein. Dann kann es auch keine Pauschalrezepte geben.

Versuch und Irrtum (englisch trial and error) ist eine heuristische Methode, um Probleme zu lösen, bei der so lange zulässige Lösungsmöglichkeiten probiert werden, bis die gewünschte Lösung gefunden wird. Dabei wird oft bewusst auch die Möglichkeit von Fehlschlägen in Kauf genommen. (Wikipedia) Diese Methode hat einen Haken – sie erfordert eine entscheidende Ressource, nämlich Zeit. Soviel Zeit, solange probieren zu können, bis die richtige Wahl gefunden ist. Gerade, wenn es um die Gesundheit geht, scheint das Prinzip ‚trial and error’ zu herrschen. Für Betroffene oft eine Zerreissprobe, die, in Anbetracht der existentiellen Bedrohung je nach Erkrankung, die gegebene Toleranzgrenze zu sprengen droht. Die Methode ‚trial and error’ muss dann die Betroffenen in einen Wettlauf mit der Zeit manövrieren, um im besten Fall die Frustration soweit zu steigern, bis dringend Alternativen gesucht und gewählt werden.

Um nochmal auf die Tatsache zu kommen, dass es stets heilsam ist, eine verlorene Balance wieder herzustellen, dann kann die erste Frage nur lauten: Was genau ist aus der Balance? Was ist ursächlich und was nur auf dem Weg der Kettenreaktion mitbetroffen?

Was gibt mir Energie und was raubt mir Energie? Wenn Dir hier und jetzt etwas fehlt, dann ging dem irgendwann einmal ein Zuviel voraus. Ebenso wenn Dir hier und jetzt etwas zu viel ist, dann ging dem einmal ein Mangel voraus.

Allzu viel ist ungesund, dabei kommt man auf den Hund. Allzu wenig ist noch minder, denn das ist noch ungesünder.

Aus den »Fliegenden Blättern«, 1844 – 1944 , München

Die Hitliste für mehr Lebensqualität:

1a Gifte vermeiden

1b Entgiften

2 Atmen

3 Wasser

4 Bewegung

5 Licht

6 Ernähren

7 geistiger In- & Output

8 seelischer In- & Output

Wenn Du Deine Leistungsfähigkeit gleich hier spürbar steigern willst, empfehle ich diese Erkenntnisse direkt auch zu trainieren. Sobald Du Ermüdungserscheinungen bemerkst, Deine Konzentration nachlässt oder Du dich nicht mehr vollkommen wohl fühlst, mach immer wieder eine Pause. Vielleicht mit Musik, die Dir gut tut. Atme tief durch die Nase in den Unterbauch, beim Einatmen (auf 5 zählen), Luft anhalten (auf 20 zählen) und durch den Mund ausatmen (auf 10 zählen).

Übrigens… Hüpfen, auch wenn es kurz Überwindung kostet, hilft sofort. Man kann nicht gleichzeitig hüpfen und schlecht drauf sein!

Heilung und Vitalität kann man nicht kaufen, aber man kann sie unbewusst verhindern.

Gesund ist vieles – ungesund auch – das weiß jeder, nur was genau brauchst Du wirklich? Und was schadet Dir? Bist Du familiär vorbelastet? – statt Dich mit Sorgen zu belasten, entlaste dich, dank Klarheit und angemessener Vorsorge- und/oder Selbstheilungsmaßnahmen.

Dr. Alexis Carrel erhielt 1912 den Nobelpreis für Medizin für seinen Beweis, daß die Zelle unsterblich ist, wenn sie die nötigen Nährstoffe erhält und von den Stoffwechselabfallprodukten befreit wird.


Allerdings kommt es auf die Ausgangslage der Zelle an! – das wird leider meist außer Acht gelassen.

Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.

Paracelsus (149-1541)Schweizer Arzt, Alchemist, Mystiker und Philosoph

In keinem Bereich wird so viel (oft sehr offensiv und häufig zumindest auch monetär motiviert) empfohlen, was dem einen wohl gut getan oder geholfen haben mag, wie im Bereich Gesundheit – nur ist nicht jeder mit jedem vergleichbar!

Ich erkläre und kläre auf, was, wie ich meine, jeder wissen sollte und wie wichtige Zusammenhänge sind auf der Basis individueller Analysen.

Das Erkennen des individuellen Vitalstatus bietet eine erstmals und einzigartige Grundlage für das frühzeitige und vertiefte Wahrnehmen innerer, oft latenter, schleichender Prozesse, oft auch zur Vermeidung meist versehentlich zwar gutgemeinter, eher ungünstiger, kontraproduktiver Maßnahmen und dem Entdecken und Verstehen und Wahrnehmen vor allem förderlicher, heilvoller und sinnvoller Maßnahmen.

Du erhältst Deinen individuellen Heil- und Vital-Plan für die (auf Wunsch begleitete) Selbstumsetzung.


Der Körper lügt nie – er wird nur leider viel zu oft missverstanden. Es geht um mehr, als irgendein Wundermittel oder die Ernährung.

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Beziehungskrise vs Ferienidylle – Das Seelenkonto fordert zuerst Ausgleich

Das letzte Mal auf meiner Lieblingsinsel auf den Malediven amüsierte mich zu beobachten, dass beim gemeinsamen Essen genau zu erkennen war, wer neu angereist war. Es war an der völlig anderen Ausstrahlung offensichtlich.

Die ersten Tage schienen fast ausnahmslos alle neu angereisten, meist Paare, grimmig, gereizt, angespannt, sehr kritisch, unzufrieden, aggressiv etc. und es gab an manchen Tischen bei der Hitze eisigkalte Konflikte mit versteinerten Mienen, bei anderen offenbar Streit und hitzige Diskussionen, manche kamen sogar getrennt, nacheinander einzeln zum Essen.

Das war auffällig wahrzunehmen im Kontrast zu einem selbst und dem Rest der Anwesenden, die in einer glückseligen inneren Zufriedenheit und tiefen Ruhe und Entspanntheit sichtlich genießend und im Vergleich wie in einer Art Zeitlupe erschienen. Nach einigen Tagen waren die meisten dann kaum noch unterscheidbar und es kamen die nächsten Neuanreisenden.

Wie lässt sich erklären, dass Paare gerade im Urlaub, vor allem zu Beginn, besonders häufig streiten?

Nach Schwarz (2009) werden bei asymmetrischen Machtverhältnissen, Ereignisse, die als ungerecht erlebt und empfunden werden, aber nicht in der Situation geäußert werden können, nicht vergessen, sondern auf dem „Seelenkonto“ abgespeichert. Wenn sich dann später die Machtverhältnisse umkehren, müssen zuerst die offenen Rechnungen beglichen werden.

Wenn sich eine Unstimmigkeit zeigt, kann es sein, dass wenn das „Seelenkonto“ lange Zeit unausgeglichen war, es bei einem Konflikt weniger um die aktuelle Situation geht, sondern um den Ausgleich des Seelenkontos.

Es kommen dann auf einmal Dinge zu Vorschein, die mit dem aktuellen Konflikt gar nichts zu tun haben, außer den umgekehrten Machtverhältnissen. Bei Konfliktanalysen sollte auch der Stand des Seelenkontos in Betracht gezogen werden, da vor weiteren Lösungsoptionen, zuerst das Soll des Seelenkontos ausgeglichen werden muss.

Der erforderliche Lernprozess werde häufig blockiert durch den Missstand des Seelenkontos, solange die Soll-Seite nicht ausgeglichen ist.

Im beschriebenen Beispiel kann man den Setting-Wechsel, dass sich die äußeren Bedingungen verändern, von Arbeitsalltag zu Urlaub, im Falle z.B. von Angestellten, als Umkehrung der Machtverhältnisse sehen, da sie nun mehr eigene Macht und selbstbestimmter sein können, als unter der Fremdbestimmung ihrer beruflichen Hierarchien.

Auch bei selbständigen, Führungskräften, Projektleitenden etc. kann es sich um eine Umkehrung der Machtverhältnisse handeln, wenn sie z.B. ihre Machtausübung darauf konzentriert leben und sich auf einmal ohne diese Machtausübung machtlos fühlen.

Ebenso können die Machtverhältnisse sich innerhalb einer Paarbeziehung umkehren, das heißt im Alltag versus ohne die äußeren Alltagsfaktoren können unterschiedliche Rollen wahrgenommen werden und dann im Urlaub vertauscht gelebt werden. Viele Paare erleben demnach eine Umkehrung der Machtverhältnisse, was den Ausgleich des Seelenkontos auslöst, also dass sich gesammelte Konflikte, in denen man sich unterlegen gefühlt hat nun zum Vorschein kommen, da man sich mächtiger fühlt.

Bei den Paaren zeigten sich vor allem in den ersten Tagen deutlich die verschiedenen Konfliktverhaltensmuster, worin sich die Soll-Seiten des Seelenkontos äußerten.

Dadurch, dass es bei den meisten Konflikten zwischen den Paaren im beschriebenen Fall zu Beginn des Urlaubs dann nach einigen Tagen zu einer Harmonisierung kam, wäre somit damit erklärbar, dass das Seelenkonto ausgeglichen und die aufgestauten Dysbalancen aufgearbeitet bzw. die Konflikte ausgetragen worden sind.

Durch die Ansammlung unverarbeiteter, unterdrückter, als ungerecht verbuchter Erfahrungen während des Alltags, drängen diese unter dann auf einmal umgekehrten Machtverhältnissen, wie in der veränderten Bedingung, wie sie im Urlaub sein kann, an die Oberfläche.

Es kann jedoch auch das Gegenteil konfliktauslösend sein, dass bei ausgeglichenem „Seelenkonto“ z.B. bei plötzlich mehr Zeit zum reden zu zweit als Paar, alte, eigentlich bereits abgeschlossene Konflikte, wieder aufgetan werden.

Das „Seelenkonto“ als Option für die Konfliktursache hat sicher Beachtung verdient, es können jedoch auch viele andere Faktoren für die Konflikthäufung zwischen Partnern insbesondere bei Liebespaaren gerade im Urlaub in Frage kommen, wie z.B. hohe Erwartungen, veränderte, ungewohnte Umgebungsbedingungen, fehlende Kompensationsgewohnheiten, veränderte Nähe versus Distanz, Freiräume für sich selbst usw.

Als alternatives Erklärungsmodell zur Konfliktanalyse wäre nach Riemann (1975) und Thomann (1988) das „Riemann-Thomann-Modell“ empfehlenswert, welches vier menschliche Grundausrichtungen, Nähe, Distanz, Dauer und Wechsel, betrachtet.

Riemann-Thomann-Modell nach Schulz von Thun

Nicht Kulturwandel ist notwendig…

Wie wäre es mal mit einer anderen Sichtweise? (- auch wenn manch zum ‚Berater‘ sich berufen fühlende/r ev zunächst mal aufbegehren möchte; – )

Was, wenn der Kulturwandel bereits erfolgte aus dem Wandel der meisten Menschen im Inneren … ?

– dann muss gar nicht erst noch was auch immer ‚gemacht‘, ‚gechanged‘, ‚consulted‘ oder ‚gelehrt‘ werden, es braucht nur, nicht (versehentlich und/oder beharrlich) verhindert zu werden.

Manche/r mit ‚Macht kraft Position‘ mag noch nicht synchron sein mit manchen, die sich bei aller Weiterentwicklung (innerlich), ohnmächtig fühlen (im außen erlebt) und so wird eifrig an der Führungsfront gekämpft, statt den energetischen Hierarchiewechsel, der in unterschiedlichen Aspekten versetzt stattgefunden hat, gemeinsam konstruktiv zu meistern, geeigneten Support zu bieten wo nötig und so ein würdiges Vorbild zu sein … – weil, die Kunst der Kommunikation (sofern sie auch beherrscht wird und jmd ihrer mächtig ist) vermag, oft erstaunlicherweise, der tatsächlichen Verständigung förderlich zu sein.

Viele, die einen ‚Entwicklungs-(vs)-Hierarchie-Konflikt‘ erfahren (haben) – oft benannt bzw. geoutet als Anklage der Autorität bzw. als Vermeidungsstrategie der eigenen Ohnmachtsgefühle – , und sofern sie bis dato noch nicht das ‚big-enough picture‘ sehen konnten, sind inzwischen ‚ausgestiegen‘ (oder spielen mit dem Gedanken), manch eine/r mehr oder weniger freiwillig, manche dank dem Alarmieren des Körpers (oft als Krankheiten (fehl)interpretiert) und manche sind nun mehr oder weniger eifrig dabei, von außen zu versuchen, etwas ‚wieder gut‘ zu machen, statt zuerst ihre eigenen Wunden zu heilen und dann als Vorbild zu wirken und einen funktionalen Beitrag leisten zu können.

Einige ehrliche Antworten auf die folgenden Fragen können ev schon etwas aufschlussreich sein:

  • Wen oder was begünstige, fördere, schüre ich (wirklich)?
  • Wie oder was verhindere, vermeide, verschone ich (eigentlich)?
  • Was ist MEIN (wahres) Bedürfnis?
  • Welche Wunde/n habe ich noch nicht geheilt?
  • Was brauche ich?

Wenn ich davon ausgehe, dass in den meisten Menschen eine Entwicklung stattgefunden hat, viele sich (auch spirituell) entfalten und wachsen und dies im Kollektiv das Klima verwandelt und sich somit ein Kulturwandel vollzogen hat und ich anfangs sagte, dass ‚es‘ braucht, nur NICHT verhindert zu werden – dann stellt sich die Frage, was ist ‚es’…?

Ich glaube ‚es‘ ist die Integrität, die innere Einheit und daraus resultiert automatisch das ‚im Einklang mit sich und seiner Welt sein‘.

Ariane Nickel vitalvita.de

„narzisstische Projektion“ Lippmann, E. D. (2013). Konfliktmanagement. In T. M. Steiger, & E. D. Lippmann (Hrsg.), Handbuch Angewandte Psychologie für Führungskräfte: Führungskompetenz und Führungswissen (S. 322). Berlin: Springer.

Healing

Healing is… when forgiveness is no more required and to forgive becomes obsolete.

Healing takes place… in the moment you get insight to the ‚big enough‘ picture, so nothing remains to be forgiven.

Some deep wounds sometimes just need a bigger picture – dislimited.

Ariane Nickel

Erratisch.

„Wie trainiert man in einer VUCA-Welt, in der sich die Rahmenbedingungen und Anforderungen nicht nur rasant, sondern auch zunehmend erratisch verändern?“

(~Scholl H. 2017, Adobe E-Learning)

Erratisch. (~Ariane Nickel)

– Zugegeben ich musste erst einmal ein wenig recherchieren, da der Ausdruck wohl relativ selten und aus einem anderen Context stammt. (Bezeichnung für einen Findling (durch Eismassen an seine jetzige Stelle verschobener Felsblock), entlehnt; das Wort geht auf lateinisch errāticus „umhergeirrt“ zurück.) ~Wiktionary

Mein spontaner Impuls war, ‚erratisch‘ im Sinne von ‚zufällig, unvorhersehbar‘ – ist lediglich, wie etwas erscheint, solange ‚es‘ nicht im Ganzen erfasst werden kann, solange der Zusammenhang (noch) nicht klar ist. Es bedarf einer Horizonterweiterung (vgl Adlerperspektive), um die zunehmende Komplexität meistern zu können – und daran zermürben sich so manche… weil die Lösung nicht auf der Ebene des Problems liegt.

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.

~Albert Einstein

Erratisch ist auch mE eine Qualität, entsprechend des ‚wie im Kleinen, so im Großen‘, der interdisziplinär integralen Praxis.

Angewandte Integrität sozusagen und deren funktionale Spiel’regeln‘. Die (neue) ‚Sprache‘ der Agilität, ebenenübergreifend dolmetschend.

Nach Seebald W. G. „haftet doch den Berichten derer, die mit dem blanken Leben davongekommen sind, in aller Regel etwas Diskontinuierliches an, eine eigenartig erratische Qualität, die so unvereinbar ist mit einer normalen Erinnerungsinstanz, daß sie leicht den Anschein von Erfindung und Kolportage erweckt.“ – Wer ‚mit dem blanken Leben davongekommen ist‘, also wessen Horizont gesprengt wurde, der ‚die Schwelle des Lebens bzw Todes‘ hin wie her überschritten hat, erlangt auch außerordentliche Qualitäten.

Traumata werden definiert in der Psychologie als eine starke psychische Erschütterung, die durch ein traumatisierendes Erlebnis hervorgerufen wurde, in der Regel mit intensiver Todesangst einhergehend.

Das Wort Trauma kommt aus dem Griechischen und bedeutet allgemein Verletzung, ohne dabei eine Festlegung zu treffen, wodurch diese hervorgerufen wurde.

Kurz: eine Verletzung bzw. Erschütterung bisheriger Grenzen…

Traumaheilung bedeutet aus meiner Erfahrung, insbesondere das Integrieren entkoppelter Komponenten, im Sinne von wieder verlinken, das Disintegrieren resultierend dysfunktionaler dominanter und das Reintegrieren funktionaler Aspekte.

(vgl Kazimierz Dabrowski, Personality-Shaping Through Positive Disintegration)

„Agilität ist ein Mindset – und keine Ausführung von Praktiken und Methoden.“

(vgl Scheller T. Auf dem Weg zur agilen Organisation: Wie Sie Ihr Unternehmen dynamischer, flexibler und leistungsfähiger gestalten)
 

Dieses agile ‚mindset‘ bedarf einer erratischen Qualität, die aus einer geheilten, gereiften Integrität erwachsen ist.

Die kollektive Eskalation psychischer Überlastung erfordert Heilung im ursprünglichen Sinne, Ganzheit.

vitalvita.de #agile #erratisch #Komplexität #agilität #mindset #integrität #integritybalance

Agile

Die Vernünftigen passen sich an die Welt an.

Die Unvernünftigen passen die Welt an sich an.

Deshalb hängt aller Fortschritt von den Unvernünftigen ab.

— George Bernard Shaw
 
Bei Agilität geht es darum, die richtigen Dinge richtig zu tun. Agilität wird notwendig, um in einer von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität (VUKA) geprägten Welt zu überleben.
 

Agilität ist ein Mindset – und keine Ausführung von Praktiken und Methoden.

(vgl Scheller T. Auf dem Weg zur agilen Organisation: Wie Sie Ihr Unternehmen dynamischer, flexibler und leistungsfähiger gestalten)

vitalvita.de #agile #mobilesupervision #supervision #sociallearning #inspiration #teamwork

Muse und Muße

In der Muße liegt die Kraft.
Eile mit Weile.
Von der Muse geküsst werden.

„Muse“ und „Muße“ haben eine andere Wortherkunft. Muße heißt griechisch σχολἠ scholé, lt. otium, deutsch Schule. Man sah in der ascholía oder dem negotium, der „Unmuße“, den davon abgeleiteten Gegensatz. Die »muoza« (althochdeutsch) und später »muoaze« (mittelhochdeutsch) hat die Bedeutung von freier Zeit (den Begriff »Freizeit« gab es im Mittelalter noch nicht). Mit freier Zeit verbunden, war »muoze« auch Bequemlichkeit, angemessene Gelegenheit und Spielraum, der sich nach Belieben gestalten ließ.

„Muse“ hingegen ist aus dem gr. „Mousa“ entlehnt und der Name der griechischen Göttinnen der Kunst (und „Wissenschaft). Jeder kennt die Redewendung „von der Muse geküsst werden“, was so viel heißt wie zu künstlerischen Leistungen inspiriert zu werden.

Ich könnte auch sagen: „Ohne Muße gibt es keine Kunst“, denn für den „Musenkuss“ oder die Inspiration brauchen KünstlerInnen Muße.

Der Wert der Muße liegt aber darin, dass sie für sich selber steht und Reflexion ermöglicht. Sie ist ein absichtsloses Tun, eine gewisse Gestimmtheit, die Offenheit voraussetzt und das gegenwärtige Erleben möglich macht.

(Knaus G. /Gisela Dischner: Wörterbuch des Müßiggängers)

vitalvita.de #lifestyle #worklifebalance

Psychische Erkrankungen auf Platz 1

In einem Seminar mit den Führungskräften einer Firma zum Thema „Stress – Modeerscheinung oder ernst zu nehmen“, welches ich 2005(!) leitete, fragte ich die Teilnehmer, was sie glauben, wie viele von ihnen im Laufe ihres Berufslebens von Berufsunfähigkeit betroffen sein könnten. Allesamt waren High-performer und Männer.

Ein Teilnehmer antwortete: „Da müsste ich schon mit dem Flugzeug abstürzen oder gegen einen Baum fahren“ und die Kollegen pflichteten ihm einstimmig bei.

Dann berichtete ich einleitend von einer Statistik der deutschen Rentenversicherung, wonach im Jahr 2005 fast jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Beruf ausscheiden musste.

Ich befragte die Teilnehmer nach Ihrer Meinung und Einschätzung, bevor ich die tatsächlichen Ergebnisse zeigen wollte, zu den Ursachen von Berufsunfähigkeit. Zur Auswahl standen Rückenleiden, Unfälle, Allergien und psychische Erkrankungen.

Nach Meinung der Befragten ergab, wie in Abbildung 1 ersichtlich, die Einschätzung der Teilnehmer: Rückenleiden 52%, Unfälle 43%, Allergien 19% und psychische Erkrankungen 19%.

Die tatsächlichen Ursachen für BU (Berufsunfähigkeit) lagen für Rückenleiden bei 17%, Unfälle 5%, Allergien 15% und psychische Erkrankungen 33%.

Wie lässt sich erklären, dass von den Teilnehmern des Seminars die Einschätzungen und tatsächlichen Zahlen genau umgekehrt fehleingeschätzt und über- bzw. unterschätzt wurden?

Zur Klärung der Frage wird die „Verfügbarkeitsheuristik“ nach Tversky & Kahneman (1973, 12 zit. nach Fischer et al., 2013) betrachtet, um zu klären, wie die Fehleinschätzungen zu begründen sind und zu hinterfragen, weshalb bei einer Befragung die tatsächlichen und geschätzten Häufigkeiten verkehrt falsch korrelieren.

Erklären lässt sich die Fehleinschätzung der Ursachen der Erwerbsunfähigkeit mit der „Verfügbarkeitsheuristik“ nach Tversky & Kahneman (1973, zit. nach Fischer et. al, 2013). Diese besagt, dass Menschen etwas für umso wahrscheinlicher halten, wenn sie über mehr Informationen darüber verfügen und zudem je leichter sie diese in ihrem Gedächtnis abrufen können. Demnach kann man die Einschätzung der Befragten, dass Rückenleiden und Unfälle sehr hoch bewertet wurden, damit erklären, dass ihnen Informationen darüber präsenter und leichter zugänglich bzw. abrufbar im Gedächtnis sind. Hingegen die niedrigen Einschätzungen, insbesondere bei psychischen Erkrankungen, ihnen wesentlich ferner liegen und schwer zugänglich.

Nach Fischer et al. (2013) handelt es sich um asymmetrische Fehlschätzungen, wenn die Überschätzung sehr niedriger, tatsächlicher Häufigkeiten und die Unterschätzung sehr hoher erfolgt. Nach Fiedler & Krueger (2012, zit. nach Fischer et al., 2013) handelt es sich zum einen dabei um allgemeine Regressionseffekte, was bedeutet, dass sich Werte bei wiederholten Erhebungen tendenziell mittig einpendeln. Fischer et al. nennt zudem das Beispiel von Strack & Deutsch (2002) „Im Falle der Todesursachen wird der (tatsächlich sehr häufige) Tod durch einen Schlaganfall unterschätzt, während der (sehr seltene) Tod durch eine Fleischvergiftung überschätzt wird“. Analog verhält es sich bei der Befragung zur Berufsunfähigkeit, denn die tatsächlich häufigste Ursache psychische Erkrankungen mit 33% wurde mit der niedrigsten Einschätzung der Befragten (19%) unterschätzt, während die seltenste Ursache Unfall mit tatsächlich nur 5%, von den Befragten mit der zweithöchsten Einschätzung von 43% überschätzt wurde. Die Befragten haben also in Bezug auf die Berufsunfähigkeit, die hohen Ursachen unter- und die niedrigen überschätzt, ähnlich wie in einem weiteren Beispiel nach Fischer et al. (2013) zum 10-mal so hohen Risiko an Magenkrebs zu sterben, wurde diese Todesursache unterschätzt und die seltenere, Mord und Totschlag, überschätzt.

Die „Verfügbarkeitsheuristik“ nach Tversky & Kahneman (1973, zit. nach Fischer et al., 2013) ist geeignet, um die Fehleinschätzungen der befragten Teilnehmer, insbesondere die asymmetrischen Fehlschätzungen bei der Befragung im Führungskräfte-Seminar zur Wahrscheinlichkeit der Ursachen einer Erwerbsunfähigkeit innerhalb des Berufslebens, zu erklären. Die eher gegebene Leichtigkeit des Gedächtnisabrufs bezüglich Unfälle, im Gegensatz zu psychischen Erkrankungen, wurde von den Teilnehmern damals in der Diskussion benannt.

Hier muss jedoch auch berücksichtigt werden, dass diese Befragung 2005 stattgefunden hat und bis heute die Berichterstattung in den Medien bezüglich psychischen Erkrankungen beispielsweise ebenso wie die direkt Betroffenen Fälle deutlich zugenommen haben, was die Möglichkeit erhöht, dass diese Information inzwischen stärker im Gedächtnis der Menschen gespeichert und leichter abgerufen werden.

Die Statistik aus dem Jahr 2016 weist nur geringfügige Abweichungen auf – es hat demnach diesbezüglich keinerlei Entwicklung stattgefunden?

Alternativ könnte man die Bewertungen der Teilnehmer auch erklären mit einer Dissonanzreduktion gemäß der Theorie der kognitiven Dissonanz nach Festinger (1957, zit. nach Fischer et al., 2013) z.B. Subtraktion dissonanter Kognitionen – Vermeidung von Informationen durch Ignorieren, oder Reduktion der Wichtigkeit dissonanter Kognitionen, wie die für sie bedrohlichere Ursache einer psychischen Erkrankung zu trivialisieren, sowie Substitution dissonanter durch konsonante Kognitionen, wie „ein Unfall mag zwar eine potentielle Ursache sein, aber ich bin eine verantwortungsvolle Führungskraft“, da die Führungskräfte einen Unfall mehr als selbststeuerbar und somit selbstbestimmt vermeidbar empfanden.

Entwicklung 2000 – 2011 psychische Störungen als Ursache vorzeitiger Erwerbsminderung

Die Entwicklung der vorzeitigen Erwerbsminderung wegen psychischer Störungen schreitet fort – ist es nicht Zeit, den Schleier der Verdrängung und Unfähigkeit im Umgang endlich zu lüften? Jeder vierte ist im Leben potentiell betroffen – sollte dem nicht deutlich mehr Beachtung geschenkt werden?

Da zu den häufigsten der psychischen Erkrankungen Angststörungen zählen, die in all den folgenden wohl meist ebenfalls enthalten sein dürften – ist das Hauptthema demzufolge: Angst vs Liebevolles und lebenswertes zusammen arbeiten und leben.

vitalvita.de Ariane Nickel neue Methoden und Lösungen für ein gesundes, lebenswertes und funktionales Zusammenleben und – arbeiten.

‚Like‘ vs oder und ‚dislike’…?

Mir kam kürzlich in den Sinn… bedenkend, dass alles Energie ist und betrachte ich energetisch, stellt sich mir die Frage … hat das eskalierende Ungleichgewicht, das sich in vielen Bereichen entwickelt (insb die Eskalation von psych. Erkrankungen, Gewaltbereitschaft uvvm.) ev nicht auch ausschlaggebend mit der Einseitigkeit der Wahlmöglichkeiten zu tun?

Das mag auf den ersten Blick zu banal klingen… dabei denke nur schon z.B. beim Golf (auch wenn ich das nicht spiele) an den minimal veränderten Abschlag, was das für das Flugziel des Balls an Abweichung bewirkt.
 
Wenn ich dabei auch daran denke, dass in der Polarität die Intensität einer Fokussierung sich immer ambivalent, also auf beide Pole gleichermaßen auswirkt… dass jede ‚Anti-Bewegung‘ auch das ‚pro‘ bewirkt und jedes ‚positiv‘ gewichten, das ’negative‘ mit schürt…
 
Ist es nicht zwangsläufig eine einseitige Verschiebung der natürlichen Balance, dass in den sozialen Medien ausschließlich ‚likes‘ 👍 und keine ‚dislikes‘ 👎 möglich sind?
 
Wohl würden die dislikes vermutlich deutlich überwiegen, dem Menschen liegt bekanntlich das schnelle ’nein‘ erstmal näher als ein mit was für möglichen Konsequenzen behaftetes ‚ja‘, nur ist das nicht genau das natürliche Gleichgewicht, wie es ist, das ’sowohl als auch‘? Nur beides zusammen bedeutet ganz, also heil.
 
Ist, dass der Mensch grundsätzlich die Wahl hat (zwischen like und dislike) und die ‚Macht der Wahlmöglichkeit‘ nicht die höchste Macht und Freiheit?

Da, zu werten generell destruktiv ist, – wertneutral sein, also annehmend, eine hohe Kunst zu sein scheint … dann ist das Wählen ‚hü oder hott‘ , ja oder nein, so oder so nicht, jetzt oder jetzt nicht, like oder dislike… DIE entscheidende(!) Weichenstellung, vom Werten und destruktiven Absinken, ins Annehmen und konstruktive aktive Gestalten und somit ge- bzw. erlöst in der gewählten Integration als Konzept, das die Polarität obsolet macht.

Hat irgendwer bemerkt, dass er seiner Wahlmöglichkeit beraubt wurde und halt ein Spiel mitspielt, weil es wer auch immer so vorgibt?

… das Motiv mag zunächst ev auch eine ‚gut gemeinte‘ positiv Beeinflussung gewesen sein… beeinflusst oder motiviert dies nicht, da die Unmöglichkeit auch schlicht etwas disliken zu können fehlt, dass sich gerade viele zu umso ausschweifenderen verbalen Unmutsbekundungen veranlasst fühlen, statt schlicht und einfach ein no-go, ‚👎‘ anzuklicken?
 
Würde durch ein klares dislike nicht viel an Destruktivem auch erspart bleiben?
 

Es ist jedenfalls eine einseitige Beeinflussung (Manipulation, ob bewusst oder unbewusst) – und alle machen mit – in der Masse von enormer Auswirkung, energetisch.

Es darf nur geliked werden – wie nennt man das noch gleich?

Wäre interessant, was sich verändert, dürften wir alle frei wählen, ‚like und dislike‘ bekunden, so wie es sich stimmig anfühlt.

Das Märchen von der traurigen Traurigkeit

Es war einmal eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens. Bei einer zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen.

Das Wesen, das da im Staub auf dem Wege sass, schien fast körperlos. Sie erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen. Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte: „Wer bist du?“ Zwei fast leblose Augen blickten müde auf.

„Ich? Ich bin die Traurigkeit“, flüsterte die Stimme stockend und leise, dass sie kaum zu hören war. „Ach, die Traurigkeit!“ rief die kleine Frau erfreut aus, als wuerde sie eine alte Bekannte grüßen.

„Du kennst mich?“ fragte die Traurigkeit misstrauisch.

„Natürlich kenne ich dich! Immer wieder hast du mich ein Stück des Weges begleitet.“

„Ja, aber…“, argwöhnte die Traurigkeit, „warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?“

„Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weisst doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtling einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?“

„Ich… bin traurig“, antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme.

„Die kleine alte Frau setzte sich zu ihr. „Traurig bist du also“, sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf. „Erzähl mir doch, was dich so bedrückt.“

Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht. „Ach, weisst du“, begann sie zögernd und äußerst verwundert, „es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest.“

Die Traurigkeit schluckte schwer. „Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: Man muss sich nur zusammenreissen. Und spüren das Reissen in den Schultern und im Rücken. Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe. Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen.“

„Oh ja“, bestätigte die alte Frau, „solche Menschen sind mir schon oft begegnet.“ Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. „Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut. Manches Leid bricht wieder auf, wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh.

Aber nur, wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen dabei helfe. Statt dessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu.“ Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz verzweifelt.

Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlte, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel. „Weine nur, Traurigkeit“, flüsterte sie liebevoll, „ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt.“

Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin: „Aber … aber – wer bist eigentlich du?“

„Ich?“ sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen.

„Ich bin die Hoffnung!“ …